Entstehung

Wie entsteht Glücksspielsucht?

Anfänge

Glücksspielsucht hat mehrere Phasen. Sie entsteht nicht einfach bei einer Gelegenheit. Wie bei anderen Suchterkrankungen sind die Übergänge von einem gelegentlichen Spielen, bei dem man viel Spaß hat, zum problematischen Spielverhalten bis hin zur Glücksspielsucht fließend. Die jeweilige Lebenssituation und die Persönlichkeit spielen eine wichtige Rolle.

Gewöhnung

Oft steht bei einem Menschen mit einer Glücksspielsucht am Anfang eine Phase mit Gewinnen, die als Erfolgserlebnisse bewertet werten. Das heißt: Man hat gleich bei einem der ersten Spiele nur wenig eingesetzt und gewonnen. Das versetzt einen in Hochstimmung. Und dann erliegt man dem Trugschluss, dass das so weiter gehen muss. Gerade wenn die Lebensumstände sonst kaum Anlass für Erfolgserlebnisse bieten, entsteht schnell der Wunsch, den einmal erlebten Erfolg beim Spiel zu wiederholen und die Gewinnerwartungen zu befriedigen. Der Spieler geht dann höhere Risiken ein und tätigt höhere Einsätze.

Gewöhnung und Entstehung der Sucht, zwanghaftes Spielen

Gewöhnungsphase: Irgendwann gewöhnt sich der Spieler zunehmend an die Verluste. Die Hemmschwelle, große Summen einzusetzen und über lange Zeiträume zu spielen, fällt deutlich. Die Betroffenen verbringen immer mehr Zeit mit dem Glücksspiel. Dabei verlieren sie immer mehr den Bezug zur Realität. Sie entfliehen dem Alltag. Ohne Glücksspiel setzt eine innere Unruhe und Angespanntheit ein, die den Drang zum Spielen noch verstärkt. Gleichzeitig entstehen Gewissensbisse, die man sich aber nicht wirklich eingesteht.

Suchtphase: In der Suchtphase führt das zwanghafte Spielen nicht selten zu wiederholtem totalem Verlust aller Geldreserven, denn die Betroffenen haben die falsche Vorstellung, die bisherigen hohen Verluste wieder zurück gewinnen zu können. Alle Gedanken drehen sich nur um das eine Thema. Krankhafte Spielerinnen und Spieler erfinden Lügen, um die häufige Abwesenheit von der Arbeit oder von zu Hause zu vertuschen und ihre Geldprobleme zu erklären. Sie nutzen alle Möglichkeiten (legale wie illegale), um an Geld zu kommen. Neben den finanziellen Verlusten droht so auch der Verlust des sozialen Umfelds, das sich verständlicherweise von ihnen abwendet. Ab einem bestimmten Punkt ist die finanzielle Situation nicht mehr zu verbergen. Die Betroffenen unternehmen oft wiederholt erfolglose Versuche, das Spielen zu kontrollieren, einzuschränken oder ganz aufzugeben. 

Der Weg aus der Sucht

Glücksspielsucht ist eine Krankheit und hat nichts mit Charakterschwäche oder einem schlechten Charakter zu tun. Suchtkranke Spieler haben jedoch eine gute Prognose, die Sucht zu besiegen, wenn sie Beratung und Therapie in Anspruch nehmen. Damit suchtkranke Menschen diesen Schritt wagen, ist die Unterstützung von Familie, Partner und Freunden entscheidend, auch wenn es ihnen oft schwer fällt, nach vielen Enttäuschungen an deren Seite zu bleiben.